Lars Thoma Mentalcoaching - Koenigs-Gedanken

Konzentration

Man sieht oft etwas tausend Mal, ehe man es zum
allerersten Mal wirklich sieht.   
Christian Morgenstern

Konzentration als Zentralfähigkeit

Konzentration ist die Fähigkeit, einen bzw. mehrere Sinneskanäle auf eine Aufgabe oder Sache zu richten, über einen längeren Zeitraum dabei zu bleiben und während dessen Impulse aus anderen Sinneskanälen, die nicht zur Sache gehören, zu ignorieren bzw. abzuwehren.


Die Konzentrationsfähigkeit ist trainierbar wie ein Muskel. Sie ist eine zentrale Fähigkeit für alle Lebensbereiche und trägt viel zur Stressentlastung bei. Die Fähigkeit, sich im entscheidenden Moment auf das Wesentliche konzentrieren zu können, gibt oft den Ausschlag für Erfolg oder Misserfolg - im beruflichen Alltag, in Prüfungssituationen, beim Sport, und auch im Privatleben. Ausserdem ist die Konzentrationsfähigkeit eine wichtige Voraussetzung für jede Gedächtnisleistung (lernen, merken).


Die Konzentrationsfähigkeit setzt eine optimale Funktion des sehr komplexen Konzentrationsvorgangs voraus und beinhaltet Detailwahrnehmung und Gesamtwahrnehmung.

Sie lassen sich rasch ablenken oder sehen vor lauter Wald die Bäume nicht mehr? Sie verzetteln sich rasch oder verlieren sich im Detail?

Überfokussierung

Überfokussierte Menschen klagen zwar über Konzentrationsmangel, können sich aber eigentlich zu gut konzentrieren. Sie sind oft in der assozierten Wahrnehmung (emotional gefärbter Blick aus sich heraus) gefangen. Es gibt diese Fokussierung in zwei Ausprägungen:


Träumer: Er klebt am Detail und verliert sich hoffnungslos darin, vierliert dabei den Kontakt zum eigentlichen Ziel und natürlich auch den Überblick. Die zur Verfügung stehende Zeit reicht nie. Der Träumer fühlt sich gestört, wenn er sein aktuelles Detail verlassen soll.


Verzettler: Jedes Detail hat magische Anziehungskraft. Oft ist er den Sinneseindrücken in all ihrer Vielfalt machtlos ausgeliefert. Auch er hat den Kontakt zu Ziel und Überblick verloren, leidet immer unter Zeitmangel und fühlt sich deshalb oft gehetzt und überflutet. Der Verzettler sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.​


Unterfokussierung


Unterfokussierte Menschen sind sich nicht immer bewusst, dass sie sich nicht gut konzentrieren können. Sie haben nämlich echte Konzentrationsprobleme. Sie sind oft gefangen in der dissozierten Wahrnemung (sieht sich von Aussen) und deshalb nicht im Stande, sich auf Details einzulassen, was für den funktionierenden Konzentrationsvorgang unerlässlich ist. Auch hier gibt es zwei Ausprägungen:


Überflieger: Er geht nicht ins Detail, er fliegt oben drüber. Die Distanz zur Sache ist zu gross. Deshalb langweilt er sich schnell und er verfügt über wenig bis kein Zeitgefühl. Er ist immer viel zu schnell fertig und macht deshalb viele Fehler. Er wird dann unsicher (aber nur vorübergehend) und kompensiert dann oft mit «Coolness».


Bergseher: Er hat immer alle Aufgaben und Pflichten gleichzeitig, also einen Riesenberg, vor Augen. Dadurch fühlt er sich ständig überfordert und unter Druck. Er leidet unter seinem Chaos und der Aussichtslosigkeit, es jemals zu schaffen, kann sich aber trotzdem nicht auf ein Detail einlassen. Der Bergseher sieht vor lauter Wald die Bäume nicht mehr.



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